Wildunfall












Was ist das: riecht muffig, ist dunkel und außerdem glitschig? Sie haben es erraten: der Herbst. Was jetzt noch fehlt, ist so eine blöde Wildsau. Ach, was Sie schon wieder denken – ich meine doch nicht Ihren Nachbarn. Nein – ich meine so einen richtigen, kapitalen Eber, der mal eben kurz über die B299 trottet, gerade in dem Moment, wo Sie eigentlich an was Schönes denken. Und schon kracht es. So ähnlich ging es übrigens einem Autofahrer aus Stuttgart, der auf der Autobahn mit einem (allerdings bereits toten) Wildschwein kollidierte. Seine Teilkaskoversicherung berief sich auf die „Wildschwein-klausel“ im Versicherungsvertrag und wollte nicht zahlen. Bei einem toten Schwein, so die Versicherung, verwirkliche sich die „spezifische Tiergefahr“ nicht, die nur vorliege, wenn das Tier herumläuft – Pech gehabt. Schweinerei, urteilte das Landgericht Stuttgart. Es kann keinen Unterschied machen, ob das Tier vor Schreck erstarrt dasteht oder tot ist. Die Versicherung musste zahlen, auch wenn das Schwein nicht tiergefährlich herumtollt (Landgericht Stuttgart, Az. 5 S 244/06). 

Doch in unseren Wäldern leben bekanntlich nicht nur borstige Rüsseltiere, sondern auch Fuchs und Hase sagen sich liebevoll gute Nacht und halten sich dabei selten an den Zebrastreifen. Zum unfreiwilligen Experten wurde diesbezüglich ein hessischer Porschefahrer, dem zwei flinke Löffelohrenträger hurtig in die Quere kamen, als er gerade sportlich mit Beschleunigen beschäftigt war. Fangen wir erst einmal mit dem an, der in der Sache noch am besten davongekommen ist: einer der Hasen hoppelte unbeschadet davon. Nun zum traurigen Rest. Meister Lampe Nr. 2 hat es leider voll erwischt, als der Porschefahrer ein Ausweichmanöver einleitete und der schöne Porsche selbst landete stark ramponiert im Acker. 

Nun sind Porschefahrer, wie Sie vielleicht ahnen, oft Menschen, die das Leben gern mit beiden Händen an den Hörnern packen und der hier Betroffene tat selbiges auch mit seiner Teilkaskoversicherung. Doch die wollten nicht zahlen! So kam die Sache vor Gericht – wo der Porschefahrer glatt unterlag. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied, er habe keinen Anspruch auf Kostenersatz gegen die Versicherung. Zwar werde grundsätzlich ein Schaden ersetzt, der durch einen Zusammenstoß des in Fahrt befindlichen Fahrzeugs mit Haarwild entstanden ist. Voraussetzung dafür sei, dass es dabei zu einer Kollision zwischen dem Wild und dem Fahrzeug gekommen ist und diese Kollision zum Schaden führte. Vorliegend sei es aber zum Zusammenprall mit dem Hasen erst nach Beginn des Ausweichmanövers gekommen und nicht während der Fahrt selbst (Az. 21 U 243/91). 

Wir sprachen von Fuchs und Hase – da will ich Ihnen die Sache mit dem Fuchs auch noch erzählen: Ein Autofahrer aus Trier wich Meister Reineke aus, um dessen Pelz zu schonen und schrottete dabei sein Auto. Grob fahrlässig, konstatierte seine Versicherung und das Landgericht Trier sah es genauso. Von den fast 7000 Euro Schaden musste der Fahrer 60% selbst bezahlen. Mit einem Mittelklassewagen sei es zumutbar, einfach drüberzufahren (Landgericht Trier, Az. 4 O 241/09). 

Na denn gute Nacht Fuchs!

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