Das Recht im Urlaub 


Soso – sie fahren also in den Urlaub? Wo soll es denn hingehen? Naja – ist eigentlich ganz egal. Glauben sie jedenfalls bloß nicht, sie würden den Seltsamkeiten des Rechts entgehen, nur weil sie den deutschen Paragrafen entfliehen. Hier ein kurzer Blick in diverse potentielle Urlaubsländer und deren Rechtsordnung: 

In Thailand versteht man überhaupt keinen Spaß mit Majestätsbeleidigung. Ein Mann, der einen auf den Boden gefallenen Geldschein davor retten wollte, hinfortgeweht zu werden und ihn beherzt mit dem Fuß fixierte, hatte nicht bedacht, dass er damit das Konterfei König Bhumibol Adulyadejs betrat. Der Fall soll ihm angeblich eine Haftstrafe beschert haben. 

Sollten sie aus Gründen des Lebensüberdrusses hingegen ein one-way-ticket nach Großbritannien gebucht haben, gemäß der Devise „Lord Nelson sehen und sterben“, möchte ich darauf hinweisen, dass es verboten ist, in den Houses of Parlaiment sein Leben auszuhauchen. Wo wir gerade dabei sind - man darf in diesen edlen Hallen auch keine Ritterrüstung tragen! Ich denke, das werden sie verstehen. Ach ja - sollten sie an britischen Stränden zufällig einen gestrandeten Wal finden, beachten sie bitte: von Gesetzes wegen gehören dem Königshaus Kopf und Schwanz des Tieres.

Ausgerechnet im (sogenannten) Land der Liebe hingegen, ich spreche von Frankreich, verbietet ein Gesetz aus dem Jahr 1910, sich in Zügen zu küssen oder an Bahnsteigen zu liebkosen. Allzu romantische Paare sollen dadurch immer wieder Zugverspätungen ausgelöst haben. Bestraft werden Verstöße allerdings heutzutage nicht mehr. Apropos romantische Paare: ein italienisches Gericht hatte sich mit den typischen Geräuschen eines besonders intensiv-romantischen Paares zu befassen, dessen Nachbarn mit so viel amore einfach überfordert waren. Der Liebhaber gestand den Richtern, wenn seine Angebetete nicht laut werde, ginge bei ihm einfach nichts voran. Die Juristen hatten mit beiden Seiten ein Einsehen und untersagten den Turteltäubchen das Stöhnen zwischen 23 Uhr und 7 Uhr. 

Wenn sie im Urlaub allerdings ohnehin ganz andere Pläne haben, sie beispielsweise beabsichtigen, ein paar Straftaten zu begehen und wenn sie zufällig zudem über ein künstliches Herz verfügen, dann ist ohne Zweifel Schweden das Reiseland ihrer Wahl. Der Schwede Leif Steinberg jedenfalls ging wegen eines Kunstherzens straffrei aus. Man hatte ihn angeklagt wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Wegen seines Herzleidens jedoch kam es nie zum Prozess. In Schweden gilt nämlich derjenige als tot, dessen eigenes Herz zu schlagen aufgehört hat. 

Abschließend noch ein Hinweis, wie sie ihre Reisekasse ganz flott ein wenig aufbessern können: machen sie Urlaub in den USA – und lassen sie sich dort mit heißem Kaffee beschütten. Ein 33-jähriger Amerikaner hat es in einem Themenpark ausprobiert und ein US-Gericht sprach ihm 670.000 Dollar Schadenersatz und Schmerzensgeld zu.

In diesem Sinne schöne Ferien! 

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